Rückblick

Deine Woche, in Ruhe betrachtet.

So wird dein erster Rückblick aussehen

BEFREIEND

Kleine Risse im Perfektionismus

1. Juni bis 7. Juni

Diese Woche war eine, in der du angefangen hast, die Sachen beim Namen zu nennen. Du hast nicht nur gespürt, dass dein Selbstzweifel dir im Weg steht, sondern auch ganz konkret erkannt, woher er kommt: aus der Überzeugung, dass ein einziger Fehler dein ganzes Selbstwertgefühl kostet. Das ist nicht ganz neu für dich, aber diese Woche hast du es sehr klar ausgesprochen. Und das ist ein Schritt.

Das Interessante ist, dass du nicht nur beobachtet hast, sondern auch anders gehandelt. Vor dem Meeting war die Angst da, ja, aber du bist reingegangen. Du hast die Nachfrage ruhig beantwortet statt dich selbst zu verurteilen. Und am meisten hat mich beeindruckt: du hast dich danach bewusst hingesetzt und nicht nach dem einen fehlenden Moment gesucht, sondern nach dem, was dir gelang. Das ist genau der kleine Riegel, der eine Gewohnheit bricht.

Dann kam diese Kollegin und dein Kopf spielte wieder sein Spiel. Eine ganze Stunde lang beschuldigtest du dich selbst für etwas, das dir gar nicht gehörte. Und auch hier: du hast es erkannt. Du hast gemerkt, dass du aus Kleinigkeiten Geschichten baust, in denen du immer der Schuldige bist. Das kostet dich Energie, die du anderswo brauchst. Das Wichtigste: du hast gelernt zu fragen, ob das, was du dir ausmalst, wirklich wahr ist oder eben nur eine Geschichte.

Am Ende der Woche dann dieser Moment in der Diskussion. Du hast deine Meinung gesagt, obwohl du nicht hundertprozentig sicher warst. Früher hätte die Angst gewonnen und du wärst stumm geblieben. Nicht mehr. Es fühlt sich ungewohnt an, wie du schreibst, aber auch befreiend. Und genau da ist die Bewegung: du brauchst nicht erst die Perfektion zu erreichen, bevor du dir selbst trauen darfst. Die Erlaubnis zu sprechen und zu handeln ist schon da. Du musst sie dir nur selbst geben, ein paarmal.